Sexueller Missbrauch von Kindern und Schwerer Sexueller Missbrauch von Kindern

Sexueller Missbrauch von Kindern, § 176 I StGB,  hat eine hohe Strafandrohung bis zu 1 Jahren Freiheitsstrafe; Schwerer Sexueller Missbrauch sogar eine Mindeststrafandrohung von 10 Jahren
Sexueller Missbrauch von Kindern sowie Schwerer Sexueller Missbrauch von Kindern, § 176 II StGB haben insbesondere deshalb eine derart hohe Strafdrohung, um die sexuelle Integrität und Entwicklung von Kindern zu schützen.
Dabei ist Sexueller Missbrauch von Kindern bereits bei bloßen sexuellen Handlungen an einem Kind gegeben; irrelevant dabei ist, ob das Kind als Opfer die Bedeutung der Handlung versteht oder wahrnimmt.
Schwerer Sexueller Missbrauch von Kindern ist dann gegeben, wenn Sie  das Kind dazu bestimmen, sexuelle Handlungen vorzunehmen,  beispielsweise,  indem Sie dessen Neugier wecken, ihm Versprechen für sexuelle Handlungen machen, es belohnen, oder auch  Zwang oder  Drohung ausüben.  
Hingegen erfordert  Sexueller Missbrauch von Kindern keine Willensbeeinflussung; vielmehr machen Sie sich hier bereits durch einfaches Verursachen der sexuellen Kontakte  strafbar um den Tatbestand des Sexuellen Missbrauchs von Kindern zu erfüllen.
Der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern gemäß § 176 IV StGB beschreibt  Tathandlungen, bei denen es nicht unmittelbar zum Körperkontakt mit dem Kind kommt. So etwa  - vgl. § 176 IV Nr. 1 –  Sexuelle Handlungen vor einem Kind, welche das Kind auch am Bildschirm über das Internet wahrnehmen kann.
Der Tatbestand des Sexuellen Missbrauchs gem. § 176 IV Nr. 2 – Bestimmen eines Kindes zur Vornahme sexueller Handlungen-  umfasst auch sexuelle Posen des Kindes, die Sie photographieren– auch wenn hierbei kein unmittelbarer körperlicher Kontakt zwischen dem Kind und dem Ihnen  stattfindet.
Sexueller Missbrauch gem. § 176 IV  Nr. 3  und 4– Einwirken auf ein Kind durch Schriften zur Veranlassung sexueller Handlungen – ist bereits dann erfüllt, wenn Sie Kinder im Internet in Chatrooms kennenlernen und diese zu einem Treffen im realen Leben veranlassen. Hierbei ist bereits die bloße Anbahnungshandlung strafbar.
Sexueller Missbrauch gem. § 176 V StGB sanktioniert, wenn ein bestimmtes Kind für kindesmissbräuchliche Zwecke „angeboten“ bzw. wird bzw. wenn sich eine Person selbst um ein derartiges „Angebot“ bemüht.

Auf den folgenden Seiten werde ich auf die einzelnen Tatbestände und Begriffsdefinitionen, welche den sexuellen Missbrauch von Kindern betreffen, näher eingehen.

Schwerer Sexueller Missbrauch von Kindern: minder schwere Fälle

Minder schwere Fälle des Schweren Sexuellen Missbrauchs von Kindern  gem. § 176 a sind in dessen Abs. 4 geregelt.
Auch hier ergeben sich wesentliche Verteidigungsansätze.
So kann in der Verteidigung, sofern es sich um eine Strafmaßverteidigung handelt, häufig erreicht werden, das dem Mandanten vorgeworfene Tatgeschehen als sog. Minder schweren Fall des Schweren Sexuellen Missbrauchs von Kindern einzustufen.
Dies insbesondere in denjenigen Fällen, in denen bereits die äußere Tathandlung die Annahme eines minder schweren Falls nahelegt, oder/ und dann, wenn das Kind das 14.Lebensjahr fast vollendet hat und/ oder sexuell selbst bereits recht erfahren ist.

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