Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung

Tatbestände der Sexuellen Nötigung   - Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung(§ 177 StGB), Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge (§ 178 StGB)

Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung
„Sexuelle Nötigung“ und  „Vergewaltigung“, § 177 StGB, schützen mittels immenser Strafdrohungen die sexuelle Selbstbestimmung.
So ist das Verbrechen der sexuellen Nötigung nach § 177 I StGB  mit einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr versehen. Auf Vergewaltigung  steht Freiheitsstrafe von mindestens 2 Jahren.
Die „Vergewaltigung“ stellt   im Grunde eine „sexuelle Nötigung“ dar - dies in einem besonders schweren Fall und auf bestimmte Art und Weise.
Sexuelle Nötigung/ Vergewaltigung setzt voraus, dass das  Opfer gegen seinen Willen etwas tun, dulden oder unterlassen muss, d.h.,  gegen seinen Willen zu einem Verhalten gezwungen wird.
Eine sexuelle Nötigung bzw.  Vergewaltigung, bei welcher das „Opfer“ mit der Vornahme sexueller Handlungen einverstanden ist, ist daher  schon denklogisch nicht möglich.
Bei der Sexuellen Nötigung/ Vergewaltigung kann insbesondere „Gewalt“ das Nötigungsmittel für die sexuelle Nötigung sein – dies  zur Überwindung eines tatsächlich geleisteten oder sicher erwarteten Widerstandes.
Bei den Tatbeständen „Sexuelle Nötigung/ Vergewaltigung“ erfordern darüber hinaus  die im Gesetzestext aufgeführten Tatbestandsvarianten „Gewalt“, „Drohung“  bzw. „Ausnutzung einer schutzlosen Lage“  stets eine besondere Verbindung zwischen dem Nötigungsmittel und der sexuellen Handlung.
Der Straftatbestand der Sexuellen Nötigung des  § 177 StGB setzt zumindest bedingten Vorsatz, mithin, dass Sie das tatsächliche Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen in der konkreten Situation erkennen und diese zumindest billigend in Kauf nehmen.

§ 178 Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge
Gesetzestext
Verursacht der Täter durch die sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (§ 177) wenigstens leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.

Der Tatbestand Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge ist ein sog. erfolgsqualifizierte Delikt mit einer massiven Mindeststrafdrohung.
Eine Verurteilung aus Sexueller Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge setzt voraus, dass der Tod des Opfers unmittelbar durch die Sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung verursacht wurde.


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