§ 183 Exhibitionistische Handlungen

Gesetzestext
(1) Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

(3) Das Gericht kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe auch dann zur Bewährung aussetzen, wenn zu erwarten ist, daß der Täter erst nach einer längeren Heilbehandlung keine exhibitionistischen Handlungen mehr vornehmen wird.

(4) Absatz 3 gilt auch, wenn ein Mann oder eine Frau wegen einer exhibitionistischen Handlung

1.nach einer anderen Vorschrift, die im Höchstmaß Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe androht, oder

2.nach § 174 Abs. 2 Nr. 1 oder § 176 Abs. 4 Nr. 1

bestraft wird.

Exhibitionistische Handlungen: Tatbestand
Mittels des Tatbestands Exhibitionistische Handlungen will das Gesetz jedermann vor dem Anblick eines sog. Exhibitionisten schützen.
Dies,  indem es davon ausgeht, dass der Anblick eines Exhibitionisten körperliche oder seelische Schocks bei dem überraschten Betrachter auslösen kann.
 
§ 183 Exhibitionistische Handlungen: Glossar

Exhibitionistische Handlungen
Eine exhibitionistische Handlung ist eine sexuelle Handlung, bei der ein Mann einem anderen seinen entblößten Penis zeigt, um sich dadurch zu erregen.  
Die exhibitionistische Handlung muss dabei nicht in der Öffentlichkeit erfolgen.

Belästigen
Ein „Belästigen“ durch die exhibitionistische Handlung liegt vor, wenn sich der andere, dem sich der Exhibitionist zeigt, durch den Anblick des Exhibitionisten tatsächlich in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt fühlt.
 
Exhibitionistische Handlungen versus Schuldfähigkeit

Bei einem Exhibitionisten kann das Gericht unter Umständen zu einer Bejahung von Schuldunfähigkeit gem. § 20 StGB kommen.
Dies, indem es den Exhibitionisten als verhaltensgestört, sexuell abnorm und damit behandlungsbedürftig sieht.
Hält das Gericht den Exhibitionisten nicht für schuldunfähig, ist eine Verurteilung wegen Exhibitionismus, bei der die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, die Regel.
In aller Regel wird das Gericht dem Exhibitionisten eine Therapie zur Bewährungsauflage machen.
.
Exhibitionistische Handlungen: Aktuell

Der BGH hat unlängst ein Urteil eines Landgerichts zur neuen Entscheidung an eine andere Kammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Dies,  weil sich das Landgericht in den Urteilsgründen nicht mit der Frage der Schuldfähigkeit des Exhibitionisten zum Zeitpunkt der Tat auseinandergesetzt hat.

Rechtsanwältin Sexualstrafrecht

Aktuelle Seite: Rechtsanwältin Sexualstrafrecht Sexualstraftaten -delikte Exhibitionistische Handlungen